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Reis - eine Feldfrucht mit bewegter Geschichte ... Entbehrungen ganzer Völker, harte Arbeit, grosse Hoffnungen!

Jahrhunderte lang hat der Anbau dieser uralten Kultur- pflanze den Bauern, die mit den Füssen im Wasser mühselig ihr Auskommen erwirtschafteten, Beständigkeit und Fleiss abverlangt. Heutzutage werden freilich nicht mehr die althergebrachten Anbaumethoden praktiziert, die allerdings jedoch noch bis vor fünfzig Jahren getreu einer Jahrhundertealten Tradition zur Anwendung kamen. Der Feldbau ist dank des Einsatzes moderner Technologiennicht mehr so mühselig und kann wesentlich rascher bewerkstelligt werden.

Reisfeld

Die Arbeit beginnt im März, wenn nach dem Bepflügen des Bodens das Erdniveau ausgerichtet wird; hierbei kommt heute ein Laser-Verfahren zum Einsatz, was ein «perfektes» Ergebnis unter erheblicher Zeitersparnis ermöglicht.
Zum Ende des Monats April findet dann die Aussaat statt - ein Arbeitsgang, der grosse Erfahrung voraussetzt, und der in traditioneller Weise immer noch per Hand durchgeführt wird. Hierbei leisten die im Wasser der Reisfelder ausgesetzten Karpfen eine wertvolle Hilfe - sie ernähren sich nämlich von den für die Reispflanzungen schädlichen Insekten! Das Wasser wird unmittelbar nach der Aussaat in die Pflanzung eingeleitet und sorgt zum einen für einen gewissen Ausgleich im Hinblick auf die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Zum anderen wird schädliches Unkraut durch Wasser im wahrsten Wortsinn im Keime erstickt. Die korrekte Wasserzufuhr ist für das Wachstum der Reispflanzen von grösster Bedeutung und erfordert ein hohe Mass an Erfahrung und Aufmerksamkeit.
Um den 15. September herum ist der Reis reif. Nun muss zunächst das Wasser zum Ablaufen gebracht werden, und überdies werden die Karpfen eingesammelt, die inzwischen ein ansehnliches Gewicht von 800 - 1000 g erreicht haben.

Der Reis ist nun erntereif

Der Reis wird gedroschen und so lange getrocknet, bis seine prozentuale Feuchtigkeit einen Wert zwischen 12,5% und 13,5%.erreicht; nur bei diesem Feuchtigkeitsgehalt lässt sich das Reiskorn homogen bearbeiten - und später dann problemlos bis zu drei Jahren aufbewahren. Seit 1650, also seit Bestehen des Familienunternehmens, ist die Verarbeitung der Feldfrucht Reis das Metier der Reismühle Ferron, und bis heute liefert der Wasserlauf des Flüsschens Zenobia die Energie zum Antrieb der verschiedenen Maschinen. Im Sinne der jahrhunderte alten Erfahrung der «piloti», also der Reismüller, macht man sich im Hause Ferron um die traditionelle Weiterverarbeitung des Reiskorns verdient. Dieses «altmodische»Verfahren stellt ganz sicher eine nicht wegzudenkende Alternative gegenüber der Verwendung von Konservierungsmitteln und chemischen Zusätzen dar.